Letzte Hauptsonderschau inkl. Katalog
Hier können Sie einen Blick in den Katalog der letzten HSS in Maihingen werfen:
Die süddeutschen Farbentauben bei der HSS 2025 in Maihingen
„Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!“ – dieser Ausspruch kam einem in den Sinn, als es um unsere diesjährige HSS ging, die ursprünglich Mitte November im hessischen Rabenau geplant war. Dort waren wir schon öfter zu Gast und hatten dort immer beste Bedingungen. Nicht zuletzt deshalb konnten wir dort ein Meldeergebnis von nahezu 1.100 süddeutschen Farbentauben verbuchen. Gerade zu diesem früheren Zeitpunkt ist das für Tauben mit Federstruktur ein ganz hervorragendes Ergebnis. Nun kam die Vogelgrippe und das ausrichtende Veterinäramt untersagte die Ausstellung – selbst als reine Taubenschau. Die Enttäuschung war natürlich bei allen Beteiligten riesig, sorgte aber nicht dafür, dass man den Kopf in den Sand steckte. Kurzerhand wurde nach einer Alternative geschaut. Nach Abwägung aller Möglichkeiten und Angebote einigte man sich auf Maihingen im Donau-Ries. Während der GZV Maihingen und Umgebung die Halle und die Verpflegung organisierte, übernahm der Sonderverein die Ausstellungsleitung sowie den Auf- und Abbau. Als Termin wurde der 24./25. Januar gewählt, um wenigstens noch etwas Zeit zur Organisation zu finden und anderen Ausstellungen aus dem Weg zu gehen. Mit 934 süddeutschen Farbentauben konnte hier ein Meldeergebnis erreicht werden, mit dem alle Beteiligten mehr als zufrieden waren. Die Ausstellung war ein voller Erfolg und ich bin mir sicher, dass es niemand bereut hat, in Maihingen mit von der Partie zu sein. Alle anderen haben etwas verpasst.
Mit 34 Süddeutschen Kohllerchen war zwar die Anzahl etwas geringer als sonst, doch war von der Qualität her absolute Spitzenklasse zu sehen. So ausgeglichen in Grundfarbe, Pfeilspitzzeichnung und schönen Kopfpunkten haben wir sie schon lange nicht mehr gesehen. In der Ockerbrust dürften sie manchmal noch etwas markanter sein. Aufpassen müssen wir, dass sie figürlich Farbentauben bleiben. Zu hohe Läufe und angezogene Hinterpartie passen nicht zu einer Süddeutschen Kohllerche. Sehr erfreulich auch, dass die hohen Noten gleich auf mehrere Züchter vergeben werden konnten, was die Breite der Qualität unterstreicht. Die Spitzentiere zeigten Joachim Fuhrer (v MB, v SAE, 2 x „hv“), Gerhard Bohner („hv“) und Manfred Vogel („hv“).
Insgesamt 23 Süddeutsche Tigermohren, denen in der Rieselung Fortschritte zu bescheinigen sind. Auch farblich sind eigentlich keine Ausreißer mehr zu finden. Der dunkle Augenrand ist gerade bei den Jungtauben sehr gut gefestigt. Zukünftig ist unbedingt darauf zu achten, dass der Farbentauben-Typus im Vordergrund steht. Das bei den Süddeutschen Kohllerchen gesagte trifft auch hier zu. Nicht alles was in der Zucht vielleicht weiterhilft, ist auch für die Ausstellung geeignet. Gerhard Bohner (v SAE, 2 x „hv“) und Jan H. Rose (v MB) zeigten die herausgestellten Tauben.
Bei den Süddeutschen Weißschwänzen (67) tut sich was. Zum einen engagieren sich gleich mehrere jüngere Züchter damit und zum anderen werden die Kollektionen ausgeglichener. Intensive Zuchtarbeit lohnt sich, kann man da nur sagen. Die elf Schwarzen haben in der Haubenausprägung etwas zugelegt und auch farblich ist eigentlich nichts auszusetzen. Die Augenfarbe dürfte gerne etwas kräftiger sein. V BM und „hv“ ging hier an Jan H. Rose. Den acht Schwarzen mit weißen Binden war ebenfalls sehr gute Zeichnung und Grundfarbe eigen. Die Bindenlänge war ebenfalls sehr gut. Sie dürften nur noch etwas glatter werden. Stefan Schneider konnte sich hier über ein „hv“ freuen. Zwar nur vier Schwarz-Weißgeschuppte, doch hatten diese ein absolutes Spitzentier in ihren Reihen. Es zeigte deutlich auf, wohin die Richtung geht und welche Schönheit in diesem Farbenschlag schlummert. Stefan Schneider zeigte diese Ausnahmetaube mit v SVB. Von den Blauen mit weißen Binden (8) sind wir nun schon seit Jahren erste Sahne gewöhnt. Was hier erreicht wurde, verdient höchste Anerkennung. Oftmals sind es nur kleine Wünsche in gleichmäßigerer Bauchfarbe oder etwas vollerer Haube. V SE und zweimal „hv“ ging auch hier an Stefan Schneider. Er zeigte auch die vier Blau-Weißgeschuppten mit einer Alttäubin mit „v“, die alles in den Schatten stellte. Ein weiteres „hv“ zeugt von der Qualität dieser Kollektionen. Unser Jungzüchter Luis Moosmann zeigte sechs Rote mit gleichmäßiger Farbe und schönen Kopfpunkten. Sehr positiv fiel auch der schöne Farbentauben-Typ ins Auge. V SAE ging hier vollauf in Ordnung. Frank Moosmann präsentierte die sechs Gelben mit ebenfalls schöner Feder und gleichmäßiger Farbe. Es ist darauf zu achten, dass die Rückendeckung weiterhin schön straff bleibt. Hv E an einen feinen Vertreter. 20 Kupferne von drei Züchtern hatten deutliche Fortschritte in den Kopfpunkten, der Grundfarbe und nicht zuletzt feurigem Kupfer. Die Hauptaufgabe liegt zukünftig in markanteren Pfeilspitzen und edleren Finken. V MB für unseren Jungzüchter Moritz Schneider und „hv“ für Norbert Niedernostheide.
171 glattfüßige Süddeutsche Blassen demonstrierten die Beliebtheit dieser unkomplizierten Rasse. Die Schwarzen(28) hatten sehr gute Farbe und erstklassige Zeichnung. Der rote Augenrand ist Allgemeingut geworden. Eine straffere Rückendeckung und markantere Rosetten waren immer mal wieder zu wünschen. Reinhard Rademacher (v SE, v SVB und 2 x „hv“) und Rainer Wilm („hv“) zeigten die herausgestellten Tiere. Insgesamt 35 Rote dokumentierten zum wiederholten Mal ihre Vormachtstellung. In Farbe, Zeichnung und Typ gibt es im Grund keine Ausreißer mehr. Um in dieser Qualitätsdichte bestehen zu können, braucht es absolute Fitness bei den Tauben und entsprechendes Wesen. Der große Gewinner war hier Wolfgang Wiedmann mit v LVE, 2 x v E, v SVB und 2 x „hv“. 21 Gelbeüberzeugten ebenfalls mit besten Rassemerkmalen, feinster Farbe, Typ und intensiver Randfarbe. Auch hier dominierte Wolfgang Wiedmann mit v MB, v E und viermal „hv“. Bleibt nur zu hoffen, dass die Züchter bei der Stange bleiben und die Herausforderung annehmen. Dass bei den blauen Farbenschlägen in den letzten Jahren mehr Züchter aktiv dabei sind, sieht man an der Qualität. Auffallend die schöne blaue Farbe und die volleren Köpfe. Auch bezüglich des Bindenzugs ist bei den Blauen mit schwarzen Binden (21) etwas geschehen. Schön lang und mit intensiver Farbe. V LVE und „hv“ gingen hier an Ellen Barth. 23 Blaue ohne Binden hatten ausnahmslos reine Flügelschilder und auch schöne Hauben. Hin und wieder sollte die Schwingenfarbe etwas intensiver sein. Positiv die „Verteilung“ der hohen Noten gleich an mehrere Züchter: Norbert Fell (v MB), Johannes Hübner (v SAE, „hv“) und Ellen Barth („hv“). Leider nur zwei Blaugehämmerte von Johannes Hübner, der sich über „hv“ freuen konnte. Farblich dürfen sie nicht dunkler werden. In der Hämmerung überzeugten sie vollends.
Fünf Mehllichte mit Binden hatten feine Grundfarbe und auch typische Kopfpunkte. In der Bindenführung dürfen sie gerne etwas rassiger werden. V SAE ging hier an Otto Hahl. In Sg-Qualität schlossen sich die vier Mehllichten ohne Binden von Friedhelm Rose an, die in der Feder gerne glatter sein dürften. Schade, dass nur zwei Gelerchte gezeigt wurden. Ein traditioneller Farbenschlag, den wir vor Jahren in stattlichen Kollektionen sahen. Hv E ging hier an Alleinaussteller Otto Hahl. Drei Blaufahle mit dunklen Binden und zwei Blaufahle ohne Binden zeigte Norbert Fell. In Typ und Zeichnung wussten sie zu gefallen. Auf reinere Brust- und im Ganzen „kühlere“ Farbe ist hinzuarbeiten. Den neun Gelbfahlen sind allgemein feine Farbe und kräftige Figuren zu bescheinigen. Hin und wieder dürfte die Hinterpartie etwas kürzer sein. v SVB und „hv“ gingen hier an Rainer Wilm. Insgesamt sieben Gelbfahl-Gehämmertemit Fortschritten in der Hämmerung und auch sehr guten Kopfpunkten. Bezüglich der Kehlfarbe müssen sie noch gleichmäßiger werden. Hv E ging hier an Alleinaussteller Gerhard Wachter. Neun Blaue mit weißen Binden hatten zwei unterschiedliche Farbausrichtungen. Einmal mit schöner blauer Farbe und einmal mit recht dunkler Ausprägung. Sie waren im Körper hingegen etwas kräftiger. Zukünftig muss hier auf reinere Farbe geachtet werden. In den Binden können sie überzeugen. V SAE und „hv“ errang auch hier Gerhard Wachter. Eine einzelne Blau-Weißgeschuppte in Sg-Qualität – ebenfalls von Wachter – beschloss den Reigen der glattfüßigen Blassen.
79 belatschte Süddeutsche Blassen sind eine stattliche Zahl, wobei auch die Qualität zu überzeugen wusste. Leider präsentierten nur die 20 Roten die Palette der Lackfarbenschläge. Diese überzeugten aber in einer Qualität, wie man sie vor Jahren noch nicht für möglich hielt. V SAE, v SVB und „hv“ für Charlotte Schneider; ein weiteres „hv“ für Bernd Schwarz. Die sieben Reiflichten mit schwarzen Binden hatten feine Farbe und auch ansprechende Binden. Im Haubenkamm dürften sie etwas gefüllter erscheinen. V SVB ging hier an Bernd Eckstein. Mit 19 Mehllichten mit Binden war ein stattliches Aufgebot vertreten. In der Bindenführung haben sie zugelegt und auch farblich gab es bei der Mehrheit nichts auszusetzen. Einige sollten aber nicht dunkler werden. V MB und „hv“ errang hier Wilhelm Bauer. Die sechs Gelerchten sollten in der Haube etwas voller werden. In der Lerchung und im Farbspiel konnten sie überzeugen. Hv E für Alleinaussteller Günter Schütze. Die vier Blaufahlen mit dunklen Binden zeigten sich in der für diese Variante typischen Farbausprägung. Vier Rotfahle überzeugten mit kräftigen Figuren, feinen Binden und vollen Hauben. Hv E ging auch hier an Wilhelm Bauer. In gewohnt hoher Qualität die zwölf Gelbfahlen mit prima Köpfen, Farbe und Typ. Schade nur, dass nicht mehr Aussteller dabei sind. V SAE und 2 x „hv“ an Alleinaussteller Wilhelm Bauer. Lothar Baumert zeigte je zwei Blaue mit weißen Binden, Blau-Weißgeschuppte („hv“) und in der AOC-Klasse Blaufahl-Weißgeschuppte („hv“). Sie alle hatten feine Figuren und Schildzeichnung. In den Kopfpunkten dürften sie etwas voller werden. Im Typ sind sie immer etwas tiefstehender als die anderen Farbenschläge. Eine einzelne Reiflicht-Gehämmerte (Bernd Eckstein) wurde ebenfalls in der AOC-Klasse gezeigt, die aber farblich doch viel zu blaustichig war.
Die belatschten Süddeutschen Mönchtauben waren mit 79 Tieren angetreten. Genau 20 Schwarze überzeugten mit sehr guter Farbe, korrekter Zeichnung und auch voller Haube. Im Körper dürfen sie etwas kompakter werden und in der Brust etwas ausgerundeter. V MB, v E und „hv“ für Wolfgang Menger. Die 16 Roten haben wir schon lange nicht mehr in dieser ungeheuren Ausgeglichenheit gesehen, wobei feinste Kopfpunkte, Farbe und Typ zu bestaunen waren. Bernd Laupus (v SVB), Wolfgang Menger (v SE, 2 x „hv“) und Wilhelm Bauer („hv“) zeigten die Spitzentiere. Leider nur sieben Gelbe von Alleinaussteller Wilhelm Bauer, die in punkto Haubenkammausprägung Vorbildcharakter hatten. Auch farblich und im Typ gab es nichts auszusetzen. V SAE und „hv“ ging in diese Kollektion. Den fünf Blauen ohne Binden, alle mit „sg“ bewertet, konnte man reine Flügelschildfarbe und auch korrekte Zeichnung bescheinigen. Im Haubenkamm sollten sie etwas voller werden. Nicolas Landthaler war hier Alleinaussteller. Zehn Schwarze mit weißen Binden haben zwar im Gegensatz zu noch vor Jahren in der Bindenführung zugelegt, doch müssten sie im Haubenvolumen wieder etwas zulegen. V SAE und „hv“ für Wolfgang Menger. Die sechs Blauen mit weißen Bindenhatten typische Grundfarbe und reine Binden, wobei in der Bindenlänge etwas getan wurde. Die Hauben sollten auch hier etwas voller sein. Rainer Barth konnte hier hv E erringen. Die geschuppten begannen mit sechs Schwarz-Weißgeschuppten mit kräftigen Figuren, vollen Hauben und korrekter Zeichnung. Die Schildschuppung noch etwas keiliger, wäre ein Riesenfortschritt. Thomas Köhlmos beschäftigt sich schon lange mit dieser Variante und konnte hv E erringen. Das gilt auch für Rainer Barth bei den Blau-Weißgeschuppten (4). Leider finden sich keine Mitstreiter für diesen traditionellen Farbenschlag, der mit korrekter Schuppung und Grundfarbe überzeugte.
29 glattfüßige Süddeutsche Mönchtauben sind weniger als sonst üblich. Die Blauen mit weißen Binden (23) haben in der Bindenführung, den Kopfpunkten und der Grundfarbe riesige Fortschritte gemacht. Hin und wieder sollte das Schild noch eine Idee reiner sein. Sonst gibt es auf breiter Ebene nichts auszusetzen. V SVB und dreimal „hv“ für Rainer Barth, v SE und „hv“ für Oliver Kähler. Hohe Qualitätsdichte musste man auch den sechs Blau-Weißgeschuppten bescheinigen. Klare Schuppung und sehr gute Grundfarbe hatten sie alle. V SAE ging auch hier an Rainer Barth. Leider waren in diesem Jahr keine Blauhohligen zu sehen.
Die fünf gemeldeten rotgeganselten Echterdinger Farbentauben sind leider zu Hause geblieben. Es bleibt zu hoffen, dass diese jüngste süddeutsche Farbentaubenrasse nicht zur Seltenheit bei unseren Hauptsonderschauen wird. Hier ist das Schaufenster, wo die Tiere gezeigt werden müssen.
Auch in Maihingen konnten die Süddeutschen Schildtauben mit 199 Tieren ihre Spitzenstellung innerhalb der Rassengruppe behaupten. Dabei ist aber nicht zu übersehen, dass die Breite an Ausstellern leider nicht mehr gegeben ist. Wäre man bei 50 Schwarzen vor Jahren etwas enttäuscht gewesen, ist es das heute wohl Erreichbare. Vor allem die Qualität konnte auf ganzer Linie überzeugen. Es waren wirklich nur kleinste Nuancen ausschlaggebend. Glanzreiche Farbe, hohe Haube, harmonisches Kopfprofil und Figur, war komplett gegeben. Nur bei einigen sollte das Wesen nicht ganz so zutraulich sein, damit sie sich besser präsentieren. Die herausgestellten Tauben zeigten Thomas Krämer (v LVE, v SE, v SVB und 2 x „hv“) sowie Jörg Wunderlich (v SAE und 2 x „hv“). Eine Klasse für sich waren in diesem Jahr die Roten (26), die vor allem mit bester Farbe und Typ aufwarten konnten. Vorbei die Zeit mit manchmal zu rundem Kopfprofil. Im Rand manchmal noch etwas frischer und fester im Haubenkamm. Erfreulich, dass die Spitzentiere auch hier auf mehrere Zuchten verteilt sind: Frank Moosmann (v MB), Thomas Köhlmos (v SAE, „hv“), Anton Wespel („hv“) und Hans Mackinger („hv“). Im Grund trifft das auch auf die Gelben (30) zu. Auch hier fiel die schöne gleichmäßige Farbe und feste Feder auf. Im Rand dürften einige etwas zarter sein sowie im Oberkopfprofil weniger rund. Typisch präsentierten sich die festen Haubenstrukturen. Die Spitzentiere zeigten: Thomas Köhlmos (v MB), Hans Mackinger (v E, 2 x „hv“) und Heinrich Burghartswieser (v SE). 22 Blaue mit schwarzen Binden hatten feine Binden und tadellose Farbe. Das Haubengefieder dürfte bei einigen fester und glatter sein. v SAE und „hv“ für Thorsten Steinacker und ein weiteres „hv“ für Jörg Wunderlich. Die Blauen ohne Binden (20) hatten sehr gleichmäßige Farbe und volle Hauben. Auch die Randfarbe wusste zu gefallen. Etwas mehr Halsadel hätte einigen gut zu Gesicht gestanden. V SVB und v E für Jörg Wunderlich sowie ein „hv“ für Thorsten Steinacker. Eine Klasse für sich waren die acht Blaugehämmerten von Jörg Wunderlich. Volle Kopfpunkten, beste Figuren und erstklassige Hämmerung zeichneten diese Kollektion aus. Ein etwas glatteres Haubengefieder ist anzustreben. V SE und „hv“ waren hochverdient. Leider nur eine Blaufahle mit Binden und zwei Blaufahl-Gehämmerte ebenfalls von Jörg Wunderlich. Feine Farbe, lange Binden beziehungsweise exakte Hämmerung zeigten sie. Dazu noch typische Schildfarbe und volle Hauben. Bewertet wurden sie alle im oberen Sg-Bereich. Die zwölf Rotfahlen hatten sehr gute Kopfpunkte und Figuren. Außerdem präsentierten sie sich sehr gut. Farblich sollten sie teilweise etwas feiner sein, also mit zarterer Schildgrundfarbe. Manfred Schleich errang hier zweimal „hv“. Zwölf Gelbfahle von einem Aussteller sind eine wohl noch nie dagewesene Leistung. Die Tauben zeigten sich in schönen Kopfpunkten, sehr guten Figuren und freien Halslinien. Bei einigen hätte die Bindenfarbe etwas leuchtender sein dürfen. Die Schildgrundfarbe war sehr gut. V MB und „hv“ gingen an Thomas Köhlmos. Nur eine Schwarze mit weißen Binden (Manfred Schleich) und vier Rote mit weißen Binden (Heiko Olf) waren zu sehen. Farblich zusagend, sollten sie mehr Ausstrahlung besitzen und glatter in der Feder sein. Mehrheitlich lagen die Tauben im Sg-Bereich. Mehr Ausstrahlung sollten auch die acht Blauen mit weißen Binden zeigen. Gerade in den Hauben sollten sie geordneter sein. Die Schildgrundfarbe und Bindenanlage waren zusagend. Hier konnte Manfred Schleich zweimal „hv“ erringen. Eine einzelne Schwarz-Weißgeschuppte mit sg-Qualität und zwei Blau-Weißgeschuppte („hv“), ebenfalls alle von Manfred Schleich zeigten, dass auch an ihnen züchterisch gearbeitet wird.
Insgesamt 56 Süddeutsche Mohrenköpfe, darunter 22 Schwarze. Farblich gibt es keine Ausreißer und auch die Zeit der zu langen Figuren mit Problemen in der Schwingenlage scheinen vorbei zu sein Einige dürften im Rand noch eine Idee zarter sein. In dieser hochwertigen Kollektion konnten Bernd Laupus (v SE, v SVB, 2 x „hv“) und Paul Huber („hv“) die Spitzentiere stellen. Bei den acht Blauen scheint Thomas Krattenmacher zum Alleinunterhalter zu werden. Die Tauben überzeugen mit feiner Farbe und vollen Kopfpunkten. Manchmal dürfte die Haube etwas freier sein. v SAE und „hv“ waren der verdiente Lohn für diese Kollektion. Sage und schreibe 17 Rote waren angetreten. Figürlich sind sie ausgeglichener geworden und auch farblich sind Fortschritte festzustellen. In den Rosetten dürften einige etwas gleichmäßiger sein. Stephan Oechsel (v SAE, „hv“) und Bernd Laupus („hv“) teilten sich die Spitzenbewertungen. Wie schon in den Vorjahren überzeugten die Gelben (9) mit sehr gleichmäßiger Farbe und ansprechenden Figuren. Auch bezüglich der Haubenausprägung sind sie harmonischer geworden. Die Schwingenlage dürfte hin und wieder etwas straffer sein. v MB ging hier an Manuel Kühnhöfer und hv E an Thomas Krattenmacher.
Von den 16 gemeldeten Württemberger Mohrenköpfen blieben leider die Schwarzen mit Schnippe (5) und Roten mit Schnippe (4) zu Hause. Dafür entschädigten die sieben Blauen mit Schnippe von Marc Rotschadl mit sehr guter Farbe, üppigen Lätzen und korrekten Schnippen. In der Haubenausprägung sollten sie teilweise noch etwas einheitlicher und gleichmäßiger werden. Hv SAE war der Lohn für diese züchterische Leistung.
84 glattfüßige Süddeutsche Latztauben waren eine eindrucksvolle Demonstration. Unter den 26 Braunen haben die Tiere mit schöner Latzgröße und sehr guter Farbe überwogen. Die Wünsche bezogen sich hauptsächlich auf die Haubenausprägung beziehungsweise die Rosetten. Mit v SAE und zweimal „hv“ stellte Rainer Wilm hier die Spitzentiere. Die 14 Gelben hatten ebenfalls schöne Latzgröße und teilweise auch satte Farbe. Ein heikler Punkt ist die Schwanzmitte, die manchmal nicht vollständig abgedeckt erscheint, aber nur bei diesem Farbenschlag. Rainer Wilm errang auch hier v MB. Insgesamt 23 Schwarze hatten durchweg sehr gute Farbe und größtenteils auch ansprechenden Haubenaufbau. Aufpassen müssen wir, dass die Lätze nicht zu kurz und schmal werden. Schließlich sind es Latztauben und keine Mohrenköpfe. Otto Hahl war mit dreimal „v“ (SVB, E, SE) und „hv“ der große Gewinner. Die gleiche Dominanz hatte Rainer Schmidt bei den 21 Blauen mit v BPB, v E und zweimal „hv“. Dieser Farbenschlag tut sich mit glatter Feder im Haubenbereich leichter. Erfreulich war auch die schöne Farbe bis ans Latzende. Aber auch hier muss man aufpassen, dass die Lätze nicht zu kurz werden.
23 belatschte Süddeutsche Latztauben in allen vier Farbenschlägen sind eine Wucht, noch dazu in dieser Qualität. Die Braunen (9) hatten üppige Lätze und auch schöne Farbe. Etwas feinere Rosetten sind anzustreben. Wilhelm Bauer errang hier v SVB und „hv“. Eine einzelne Gelbe in Sg-Qualität von Rainer Schmidt zeigte auf, dass an ihnen gearbeitet wird und dieser einstige Hauptfarbenschlag überhaupt noch existiert. Sechs Schwarze hatten sehr gute Farbe und ebenfalls große Lätze. Dazu kam ein nahezu reines Schwanzgefieder. Im Haubenaufbau mit feineren Rosetten können sie noch zulegen. V E und „hv“ ging hier an Alleinaussteller Wilhelm Bauer. Gleich drei Züchter zeigten sieben Blaue – vor Jahren unvorstellbar. In den Hauben sind sie sehr gut und auch der Typ stimmt. Einzig in der Latzgröße dürften sie hin und wieder etwas zulegen. Johannes Fell konnte hier v BPB und „hv“ erringen.
Die Süddeutschen Schnippen waren mit 69 Tieren in allen fünf Farbenschlägen vertreten. Unter den 17 Schwarzensah man Tiere mit feiner Farbe und zarten, roten Augenrändern sowie korrekter Zeichnung. Der obere Größenrahmen ist aber erreicht und auch die Halslinie darf nicht derber werden. V SVB, v E und „hv“ ging hier an Nicolas Landthaler. Das gilt auch für die neun Blauen, bei denen Nicolas Landthaler ebenfalls „v“ und „hv“ errang. Auffallend die schöne blaue Farbe, doch sind die Schnippen teilweise am absolut oberen Größenrahmen angelangt. Mit 23 Vertretern waren die Roten der Hauptfarbenschlag. Überzeugend mit prima Feder, exakter Zeichnung und zarten Augenrändern überzeugten sie. Farblich dürfen sie etwas zulegen und auch die Brustausrundung darf etwas voller sein. V E konnte sich hier unser Altmeister der Schnippenzucht, Anton Wespel, sichern. Er dominierte auch die Klasse der zwölf Gelben mit v SAE und „hv“. Sie sind meistens noch eine Nuance zarter als die Roten, zeigen dabei aber feine Kopfpunkte. Im Ganzen können sie etwas harmonischer in der Körperform werden und satter in der Farbe werden. Den Abschluss bildeten die Blaufahlen (8) mit typischer Farbe, straffer Feder und viel Ausstrahlung. Die Schnippe hat aber auch hier den oberen Größenrahmen erreicht. V MB und zweimal „hv“ gingen in dieser Kollektion an Nicolas Landthaler.
Die Leistungspreise dieser Hauptsonderschau gingen an:
Joachim Fuhrer (Südd. Kohllerche, 577 Pkt.), Gerhard Bohner (Südd. Tigermohren, 568 Pkt.), Stefan Schneider (Südd. Weißschwanz, blau mit weißen Binden, 573 Pkt.), Wolfgang Wiedmann (Südd. Blassen, rot, 580 Pkt.; Südd. Blassen, gelb, 578 Pkt.), Johannes Hübner (Südd. Blasse,, blau ohne Binden, 571 Pkt.), Rainer Wilm (Südd. Blasse, gelbfahl, 571 Pkt.), Charlotte Schneider (Südd. Blasse, belatscht rot, 575 Pkt.), Wolfgang Menger (Südd. Mönch, belatscht schwarz, 575 Pkt.), Rainer Barth (Südd. Mönch, glattfüßig blau mit weißen Binden, 575 Pkt.), Thomas Krämer (Südd. Schildtaube, schwarz, 578 Pkt.), Jörg Wunderlich (Südd. Schildtaube, blaugehämmert, 572 Pkt.), Thomas Köhlmos (Südd. Schildtaube, gelbfahl, 572 Pkt.), Bernd Laupus (Südd. Mohrenköpfe, schwarz, 576 Pkt.), Wilhelm Bauer (Südd. Latztaube, belatscht schwarz, 569 Pkt.), Otto Hahl (Südd. Latztauben, schwarz, 577 Pkt.), Rainer Wilm (Südd. Latztaube, braun, 573 Pkt.) und Nicolas Landthaler (Südd. Schnippe, schwarz, 575 Pkt.). Der Jugendleistungspreis geht an Moritz Schneider (Südd. Weißschwanz, kupfer, 570 Pkt.). Der Leistungspreis für seltene Rasse und/oder Farbenschlag geht an Nicolas Landthaler (Südd. Schnippe, blaufahl, 573 Pkt.).
Die nächste Hauptsonderschau findet vom 16./17. Januar 2027 in Königsbronn-Zang statt. Das wird mit Sicherheit wieder ein großes Fest der Züchter Süddeutscher Farbentauben, zu dem wir schon heute recht herzlich einladen.
Wilhelm Bauer
